Führerschein in England kaufen

Englischer Führerschein

Der Führerscheinerwerb im Ausland kann in zwei Fällen sinnvoll sein: Zum einen lässt sich das Autofahren während eines Arbeitsaufenthalts in einem anderen Land oder in Verbindung mit einem Auslandssemester dort erlernen. In diesem Fall stellt die Anerkennung der in einem anderen EU-Staat erworbenen Fahrerlaubnis in Deutschland keine Schwierigkeit dar. Zum anderen umgehen Autofahrer mitunter den Gutachter, wenn die deutsche Fahrerlaubnisbehörde eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung für die erneute Erteilung des Führerscheins vorschreibt. Diese Fälle sind knifflig, da das europäische und das deutsche Recht teilweise einander widersprechen.

Die bisher gefällten Urteile zeigen, dass eine englische Fahrerlaubnis grundsätzlich Bestand hat, während Deutschland den Führerscheinen aus anderen europäischen Ländern leichter die Anerkennung versagen darf.

England steht dabei als Synonym für Großbritannien, so dass Kraftfahrer mit Führerscheinen aus Schottland, Wales, Nordirland oder Gibraltar ebenso in Deutschland ein Auto oderMotorrad fahren dürfen. Dennoch passt England auch im exakten Sinn, denn die Dienstleister für die Führerscheinerteilung arbeiten zumeist englischen und selten mit anderen britischen Behörden zusammen.

Wie erfolgt der Führerscheinkauf in England

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, vorübergehend nach England zu ziehen und sich dort um die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zu kümmern. Einfacher ist jedoch die Beauftragung eines Dienstleisters, der alle anfallenden Formalitäten erledigt. In diesem Fall muss sich der Bewerber um die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis den Ärmelkanal nicht persönlich überqueren, da das Serviceunternehmen alle erforderlichen Schritte unternimmt.

Die Voraussetzungen, um mit dem englischen Führerschein in Deutschland ein Kfz zu lenken

Der Europäische Gerichtshof hat am 26. April 2012 definitiv entschieden, dass die deutschen Behörden einen in England ausgestellten Führerschein anerkennen müssen. Strittig war, ob ein dort ausgestellter Führerschein zu Autofahrten oder Motorradfahrten in Deutschland berechtigt, wenn die inländischen Behörden die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis vom Bestehen einer MPU abhängig gemacht haben. Die Grundvoraussetzung für den Kauf eines Führerscheins in England ohne Fahrprüfung ist, dass der Antragsteller bereits über die Fahrerlaubnis eines EU-Mitgliedslandes verfügt hatte. Zudem muss er Staatsbürger eines EU-Staates sein und seinen Erstwohnsitz in einem solchen haben. Des Weiteren darf keine Fahrerlaubnissperre vorliegen. Der englische Führerschein führt somit nicht dazu, dass Bundesbürger trotz des Entzugs der Fahrerlaubnis umgehend wieder ein Kfz lenken dürfen. Der Sinn des englischen Führerscheins besteht darin, dass keinSachverständiger im Rahmen einer MPU die Eignung des Antragstellers zum Führen eines Kfz prüft.

Das englische Meldegesetz ermöglicht die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis für Auto und Motorrad

Deutsche Behörden verweigern tschechischen und polnischen Führerscheinen oftmals die Anerkennung, wenn ihnen der Nachweis gelingt, dass der Autofahrer diesen durch die Missachtung des jeweiligen Meldegesetzes in Form einer Scheinanmeldung erlangt hat. Grundsätzlich ist für die Führerscheinerteilung ein behördlich belegter Aufenthalt von 185 Tagen im Ausstellungsland erforderlich. Dabei darf es sich durchaus um den Zweitwohnsitz handeln. Die wenigsten Menschen halten sich tatsächlich ein halbes Jahr in Tschechien oder in Polen auf, wenn sie sich dort um die Wiedererteilung ihrer Fahrerlaubnis bewerben.

Da England keine Meldepflicht kennt, verstößt im Sinne des Rechtspositivismus niemand gegen das dortige Meldegesetz, wenn er unzutreffenderweise einen dortigen Aufenthalt behauptet. Da der englische Führerschein ohne Verstoß gegen die Meldeordnung erworben wurde, haben die deutschen Behörden keine Handhabe, seine Anerkennung zu verweigern.

Das klingt nach einem Rechtstrick, ist aber in sich vollkommen logisch. Wenn keine Meldepflicht besteht, existiert auch keine Möglichkeit, sich widerrechtlich anzumelden. Folglich kann kein Sachverständiger einen Verstoß gegen die Meldeordnung belegen. In Deutschland ist die Angabe ausländischer Zweitwohnsitze zudem ausdrücklich nicht vorgeschrieben.

Welche Kosten erfordert der englische Führerschein?

Die Kosten für die Wiedererteilung der Kfz-Fahrerlaubnis in England unterscheiden sich je nach Dienstleister deutlich. Ein sorgfältiger Preisvergleich vor dem Vertragsabschluss ist somit unerlässlich, bei einem kurzen Test ließen sich Angebote für 700,00 bis 1200,00 Euro finden. Zum Teil richten sich die Preisdifferenzen auch danach, für welche Klasse(n) die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nachgefragt wird. Wer sowohl den Auto- als auch den Motorrad-Führerschein besessen hat, zahlt für die Wiedererteilung einen höheren Betrag als der Inhaber einer einzigen Fahrerlaubnisklasse. In allen Fällen führt der englische Führerschein zu denselben Rechten, welche die vormalige deutsche Fahrerlaubnis abdeckte.

Was ist mit der MPU Anordnung?

Die MPU Anordnung besagt, dass vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ein Sachverständiger die charakterliche und persönliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs bestätigen muss. Der MPU-Gutachter erstellt eine Prognose über das künftige Verkehrsverhalten. Die Behörde lehnt die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ab, wenn der beauftragte Gutachter zu einem negativen Ergebnis kommt. Die MPU Anordung ist jedoch ausdrücklich nur für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis durch inländische Behörden maßgeblich. Sie schließt aufgrund der europarechtlichen Bestimmungen ausdrücklich nicht aus, dass der betroffene Autofahrer künftig die Fahrerlaubnis eines anderen EU-Staates nutzt.

Fazit

Wer nach der Fahrerlaubnis wieder Auto oder Motorrad fahren möchte, ohne dass ein Sachverständiger die entsprechende Eignung im Rahmen der MPU überprüft, findet mit dem englischen Führerschein eine legale und sinnvolle Alternative vor. Die dabei entstehenden Kosten relativieren sich, wenn sie mit den Preisen für einen MPU-Vorbereitungskurs verglichen werden. Bewerber um die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis können sich zwar auch ohne Vorbereitungskurs dem Gutachter stellen, haben dann aber kaum realistische Chancen auf die Wiedererteilung ihrer Fahrerlaubnis.